Antike Welt
Vom Großen ins Kleine geholt
Der Bodensee und die Donauquellen
Geographische Eingrenzung
Die Welt des Herodot (5. Jh. v.Chr.) - ©wikipedia
Die Welt des Herodot (5. Jh. v.Chr.) - ©wikipedia
Herodot von Halikarnass(os) (*490/480 v.Chr.; † um 424 v.Chr.) war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber, Geograph und Völkerkundler. Er wurde von Cicero (De leg. 1,5) zugleich als "Vater der Geschichtsschreibung" (lat. pater historiae) und als Erzähler "zahlloser Geschichten" (lat. innumerabiles fabulae) bezeichnet. Sein einziges erhaltenes Werk sind die neun Bücher umfassenden Historien, die in Form einer Universalgeschichte den Aufstieg des Perserreichs im späten 6. Jh. v.Chr. und die Kriege der Griechen mit den Persern im frühen 5. Jh. v.Chr. schildern. [siehe Wikipedia]
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Von Herodot stammt die überlieferte Erwähnung der keltischen Stadt Pyrene, die am Ursprung der Donau gelegen haben soll. Geographische Lage wie Existenz dieser Stadt sind umstritten, anerkannte Historiker pflegen hier eine Streitkultur.
Strabon (* etwa 63 v.Chr. in Amaseia in Pontos; † nach 23 n.Chr.), lateinisch Strabo ("der Schielende"), war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber und Geograph. In seiner Beschreibung des Feldzuges des Tiberius gibt Strabon die geographische Lage des Donauquellgebietes schon genauer an:
"Der hercynische Wald ist nicht nur besonders dicht, sondern er hat auch hohe Bäume und er schlägt einen großen Bogen mit Regionen darin, die durch die Natur verteidigt sind. In seiner Mitte liegt eine Landschaft, die fähig ist, ein exzellentes Auskommen zu bieten. In der Nähe liegen die Quellen von Donau (Ister) und Rhein und der See zwischen den beiden Quellen. Der Umfang des Sees ist mehr als dreihundert Stadien, die Passage durch ihn fast zweihundert Stadien lang. Es gibt dort auch eine Insel, welche Tiberius als Operationsbasis in der Seeschlacht (Naumachon) gegen die Vindeliker nutzte.

Dieser See ist südlich der Quellen der Donau, wie auch vom hercynischen Wald, so dass man, von Gallien zum hercynischen Wald reisend zunächst den See überquert und dann die Ister und von dort durch passablere Regionen zum Wald reist. Tiberius stieß in nur einer Tagesreise vom See vor, bis er die Quellen der Donau sah." [Übersetzung aus dem Griechischen, LacusCurtius zugeschrieben]
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Das "frührömische" Militärlager bei Hüfingen könnte durchaus als archäologischer Hinweis auf das von Strabon beschriebene Quellgebiet der Donau herangezogen werden!
Der Vorstoß des Tiberius bis zu den Donauquellen im Rahmen seines Alpenfeldzuges von 16./15. v.Chr. ist literarisch bezeugt.
Pomponius Mela war ein Geograph und Kosmograph der Antike aus Tingentera am Nordufer der Straße von Gibraltar. In den Jahren 43–44 n.Chr., also in der frühen römischen Kaiserzeit, verfasste er eine Beschreibung der seinerzeit bekannten geographischen Welt. Deren Titel ist De chorographia libri tres, Cosmographia, oder De situ orbis. Er erwähnt als Erster den Bodensee als Lacus Venetus und Lacus Acronius.
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Pomponius Mela erwähnt als Erster um das Jahr 43 n.Chr. den Obersee als Lacus Venetus und den Untersee als Lacus Acronius. Plinius der Ältere bezeichnet dann um 75 n.Chr. den Obersee erstmals als Lacus Raetiae Brigantinus / Lacus Brigantiae, ein direkter Bezug zum Ort Brigantium (Bregenz) und dem keltischen Stamm der Brigantier. Das keltische Brigantion (Brigantioi) stellte das am stärksten befestigte keltische Oppidum im östlichen Bodenseeraum dar und wurde um 400 v.Chr. gegründet.
Der mächtige keltische Stamm der Vindeliker und seine Klientelstämme waren im Alpenvorland zwischen Bodensee (nördliches Ufer) und Inn beheimatet und können mit dem bereits in vorrömischer Zeit aufgegebenen Oppidum von Manching in Verbindung gebracht werden (Hauptort). Die Raumschaft war allerdings dünn besiedelt, die 16./15. v.Chr. einfallenden römischen Truppen konnten diese zügig durchqueren.
Claudius Ptolemäus (* um 100, möglicherweise in Ptolemais Hermeiou, Ägypten; † nach 160, vermutlich in Alexandria) war ein griechischer Mathematiker, Geograf, Astronom, Astrologe, Musiktheoretiker und Philosoph. Ptolemäus wirkte als Bibliothekar an der berühmten antiken Bibliothek in Alexandria [siehe Wikipedia]. Neben dem zusammenfassenden Kanon bedeutender Städte verfasste Ptolemäus die Geographia (Geographike Hyphegesis, Explicatio geographica, "geografische Anleitung"), in der er die bekannte Welt und ihre Bewohner aufzeichnete. Seine Angaben sind allerdings ungenau und verwirren eher, als das sie weiterhelfen.
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Von Ptolemäus stammt die überlieferte Erwähnung, es habe in Süddeutschland eine Helvetier-Einöde gegeben! Römische Quellen berichten von Grenzkriegen zwischen keltischen und germanischen Stämmen (G.I.Caesar, Commentarii de Bello Gallico)
 
Die Römer am Bodensee
Lacus Venetus und Lacus Acronius
Alpenfeldzug des Tiberius - 16./15. v.Chr. [Strabon]
Nördliches Alpenvorland
Der literarisch überlieferte Feldzug des Tiberius von 16./15. v.Chr. bis zu den Quellen der Donau kündet vom machtvollen Vorstoß eines größeren Truppenverbandes (Konsularisches Heer; 2-3 Legionen und Hilfstruppen) der antiken Militärmacht Rom in die Bodenseeregion.
Die Berichte der antiken Geschichtsschreiber [Strabon] und [Cassius Dio] beschreiben zwar nur in spärlichen Worten dieses Ereignis, überliefern aber trotz der inhaltlichen Kürze doch wichtige Informationen. Zum einen wird von einer Seeschlacht auf dem Bodensee gegen die keltischen Vindeliker und einer Überquerung des Sees gesprochen, zum anderen von einem Vorstoß bis zu den Donauquellen.
"Insbesondere der Vorstoß zu den Donauquellen, ist für die Raumschaft Baar/Bregtal sehr interessant."
 
Auslöser für diesen Feldzug dürfte die um 17./16. v.Chr. erlittene römische Niederlage (clades Lolliana) des gallischen Statthalters Marcus Lollius (Gallia comata) gewesen sein. Das Gefecht fand auf linksrheinischem Gebiet statt, die eingebrochenen Germanen (Sugambrer, Tenkterer, Usipeter) vernichteten eine römische Legion (legio V.) und konnten deren Adler erbeuten [nach Paterculus, Cassios Dio, Tacitus, Sueton].
Ein Heer auf dem Marsch ist ein großes gefräßiges Tier
Antike Kriegsführung
 
Seegefecht auf dem Bodensee

Zur Bekämpfung der einfacher gehaltenen Kähne des vindelikischen Gegners dürften wenige leichte Kriegsschiffe ausgereicht haben, sofern das Seegefecht dort auch wirklich so stattfand. Sollte hier eine potentielle Gefahr von den Kelten ausgegangen sein, dürften die Römer sicherlich einen Begleitschutz ihrer Truppen- und Materialtransporte durch entsprechend ausgerüstete Schiffe vorgesehen haben.
Auf Grund der unterschiedlichen lokalen Windverhältnisse auf dem Bodensee begrenzte sich der Einsatz eines Segels verständlicherweise, eine konstante Einhaltung von Segelgeschwindigkeiten ist damals wie heute nur eingeschränkt möglich. Die Qualität des eingesetzten Schiffmaterials und die Ausdauer der Ruderer waren hier dann die entscheidenden Faktoren.
Der Bodensee stellte somit für die römischen Truppen kein Hindernis dar, sollten die damaligen militärischen Erfordernisse eine Überquerung des Sees als notwendig begründet haben, wurde ein solcher ohne Zweifel in voller Truppenstärke bewerkstelligt!
Sicherlich ist die Überquerung eines größeren Binnengewässers durch Tausende römischer Legionäre eine logistische Meisterleistung, es stellt sich hier aber schon die Frage, wie diese Aktion dann bewältigt wurde und welches Schiffsmaterial den römischen Truppen dort eigentlich zur Verfügung stand?
Die nachfolgenden Rekonstruktionen römischer Binnenschiffe dürften den auf dem Bodensee eingesetzten Schiffstypen des Tiberius sehr nahe kommen, sofern die überlieferte Quelle [Strabon, Geographika. 7, 1, 5] die damaligen Geschehnisse auch wahrheitsgetreu wiedergibt. [Cassius Dio, Römische Geschichte. 54, 22] berichtet ja abweichend, dass Tiberius den See auf Schiffen (Lastkähne) "nur" überquerte. Aus diesem Grund wird nachfolgend auf leichte Kriegs- und Transportschiffe verwiesen, die von den eingesetzten Legionen auch selbst noch gebaut werden konnten.
In der Regel verfügten die Handwerker und Pioniere der Legionen über entsprechende technische Kenntnisse und Gerätschaften, um schnell und effizient leichte Schiffe herstellen zu können. Mobile Schiffsbrücken zur Überschreitung von auch schnell fließenden Gewässern wurden vorgehalten, oder bei Bedarf in kürzester Zeit erstellt. Ob zu Lande oder zu Wasser, für das römische Berufsheer der Frühen und Hohen Kaiserzeit gab es keine Hindernisse, die nicht umgangen werden konnten - die Bandbreite der technischen Möglichkeiten erstaunt uns noch heute!
Info
Die römischen Schiffe hatten extrem kurze Bauzeiten, die Zeitspanne vom Fällen der Bäume bis zum Auslaufen der kampfbereiten Schiffe betrug je nach Größe des Schiffes nur wenige Tage bis Wochen!
Römische Binnenschiffe - 1. Jh. n.Chr.
Entsprechende Grundkenntnisse der mediterranen Schiffsbautechnik waren im römischen Heer (Legionen) durchaus verankert, die im Mittelmeer anzutreffenden Rudersegler von kleiner bis mittlerer Bauart konnten für das Küstengebiet und die seichten Flussarme eingesetzt werden. Eine Verwendung auf größeren Binnengewässern erschloss sich somit ebenfalls. Tacitus beschreibt diese Schiffe allgemein als "behend durch die Segel, und schnell durch die Ruder" [Tac. ann. II 6,2; "velis habiles, citae remis"].
Für die römische Armee war der massive Einsatz dieser Binnenschiffe eine logistische Notwendigkeit, die mit Schiffen befahrbaren Binnengewässer bildeten wichtige Verkehrsachsen zu den Versorgungszentren im Hinterland. Logistik und Disziplin waren Kernkompetenzen dieser antiken Militärmacht!
Ergänzend hierzu wurden auch zivile Reedereien mit dem Schiffstransport von Gütern beauftragt und bei Bedarf von Flusskampfschiffen begleitet. Ein durchaus einträgliches Geschäft für das Militär, eine entsprechende Aufwandsentschädigung dürfte hier geflossen sein.
Eisenzeitlicher Schiffbau in Nordeuropa
Keltischer Schiffbau - Die Veneter und ihre Schiffe
Schiffbau durch römische Legionen
classis Germanica
Leichtes römisches Flusskampfschiff - 1 Jh. n. Chr. - Oberstimm Rekonstruktion - ©Archäologische Staatsammlung München, ©LWL-Römermuseum Haltern am See, Pressemitteilung - Click auf Bild zur Quelle
Leichtes römisches Flusskampfschiff (Länge 16m, 16 Rojer) - 1 Jh. n.Chr. - Oberstimm Rekonstruktion - ©Archäologische Staatsammlung München, ©LWL-Römermuseum Haltern am See, Pressemitteilung - Click auf Bild zur Quelle
Römischer Lastkahn auf der Rhône - 1. Jh. n. Chr. - ©Museum Arles Antique - ©Die Welt - Click auf Bild zur Quelle
Römischer Lastkahn auf der Rhône, der dargestellte Lastkahn konnte mit Segel, Ruder, Staken oder Treideln bewegt werden - 1. Jh. n.Chr. - ©Museum Arles Antique - ©Die Welt - Click auf Bild zur Quelle
Römerlager Haltern - Marinebasis mit Hafen und Schiffshallen für leichte Flusskampfschiffe
Römerlager Haltern: Legionslager und Marinebasis mit Hafen und Schiffshallen für leichte Flusskampfschiffe (Hofestatt). Auf dem Bild werden leichte Flusskampfschiffe vom Donaukastell-Oberstimm-Typ dargestellt. Das Lager wurde um 1-9 n.Chr. vom römischen Heer unterhalten, nach der verlorenen Varusschlacht (9. n.Chr.) dann aufgegeben. Teile der XIX. Legion waren in diesem Lager stationiert, eine Vexillation dieser Legion begegnet uns aber schon früher im Militärlager bei Küssaberg-Dangstetten (16./15. v.Chr, Alpenfeldzug), in der Nähe des Donauquellgebietes. Das frührömische Lager bei Hüfingen (Bregtal) und die Vexillation der XIX. Legion geraten hier zunehmend in den Fokus unserer Aufmerksamkeit.
Die XIX. Legion nahm an den Feldzügen in Raetia - 15 v.Chr. sowie am Rhein - 8. v.Chr. und 4-5 n.Chr. teil. Aufgefundene Inschriften sind aus Dangstetten, Köln und Haltern bekannt. In der Varusschlacht (clades Variana) wurde die Legion, zusammen mit der XVII. und XVIII., vollständig vernichtet und danach nicht wieder aufgestellt.
Link: Küssaberg-Dangstetten
Link: Varusschlacht
 
Spätantike Grenzverteidigung
Das Imperium Romanum in der Defensive
In der Spätantike erstreckte sich das Operationsgebiet römischer Kriegsschiffe bis an den Oberrhein und auf der Donau vom Beginn der Schiffbarkeit in der Gegend von Ulm bis ans Schwarze Meer.
Auf diesen Wasserstraßen wurde dann einer der erfolgreichsten römischen Kriegsschiffentwürfe eingesetzt - die navis lusoria (naves lusoriae).
 
Während der Reichskrise im 3. Jh. n.Chr. wurde die römische Flotte stark vernachlässigt und musste von den Tetrarchen wieder reorganisiert werden. Dem Kaiser Konstantin I. (306-337) wird hier eine ausgeprägte Flottenpolitik zugeschrieben, mit seiner Neuerung eines Rückgriffes auf leichte und wendige Kriegsschiffe konnte er durchschlagende militärische Erfolge erringen. Auch auf den Flüssen wurden die leichten Seestreitkräfte nun vermehrt für Überraschungsangriffe und alle möglichen Arten von Transporten eingesetzt.
Info
Soldatenkaiser
Das Imperium und seine Militärkaiser bis zum Regierungsantritt des Kaisers Diocletian 284/85 n. Chr. In der Regel begann die Spätantike mit dem Regierungsantritt dieses Kaisers, der mit seinen Reformen das Reich wieder stabilisieren konnte. Im Gegensatz zur gegenwärtigen Geschichtsschreibung sind die Diocletian zugeschriebenen Militärreformen jedoch in Frage zu stellen. Es ergeben sich hier abweichende Interpretationen, die den Beginn der Militärreformen schon früher ansetzen.
 
Der Bodensee als Reichsgrenze
Lacus Raetiae Brigantinus
Spätrömische Epoche, 3./4. Jh. n.Chr.
Auf dem Bodensee kehrte nach dem kurzen römischen Zwischenakt von 16. v.Chr. für lange Zeit wieder Ruhe ein, bis dann nach dem Limesfall (259/260 n.Chr.) spätrömische Kriegsschiffe (navis lusoria) und zivile Segelfrachter (barcae) zur Sicherung und Versorgung der zurückgezogenen Reichsgrenze dort zum Einsatz kamen (Ende 3. Jh. n.Chr.).
Donau-Iller-Rhein Limes
Das Imperium Romanum zog sich hinter Donau, Iller und Rhein zurück und stabilisierte die Grenzverteidigung an diesen Wasserwegen. Starke Provinzialflotten sollten den germanischen Gegner nun wirkungsvoll am Flußübergang hindern, oder diesen zumindest verzögern.
Zeitgleich entstand ein tiefgestaffelter und verstärkter Verteidigungsgürtel, der sich z.B. im Bereich des Bodensees von Stein a. Rhein, über Konstanz und Arbon, bis Bregenz hinzog, mit jeweiliger Verlängerung in beide Richtungen. Neu gegründete Kastelle wurden mit einer verkleinerten Grundfläche errichtet und noch bestehende größere Kastelle rückgebaut. Der Wandel vom großflächig angelegten Kastell (Kaserne) zum reduzierten massiven Verteidigungsbollwerk (Festung) mit verringerter Truppenstärke ist klar erkennbar, die umfassende Verstärkung der Befestigungswerke lässt auf die gesteigerten Abwehraufgaben dieser nun zahlreicher vorkommenden spätantiken Militärbauten schließen.
 
Der südliche Bodenseeraum gehörte im 4. Jh. dann zur geteilten Provinz Raetia I (Prima) mit der Hauptstadt Curia (Chur), westlich grenzte die Provinz Sequania / Maxima Sequanorum an.
Römische Provinzflotten an Rhein und Donau: classis Germanica (Rhein), classis Pannonica (Donau, Drau und Save), classis Moesica und classis Pontica (untere Donau und das Schwarze Meer).
Die vormals in Ravenna und Misenum stationierten Hauptflotten wurden um 330 n.Chr. nach Konstantinopel verlegt und dort zusammengefasst.
Spätrömisches Flusskampfschiff (navis lusoria) - 3./4. Jh. n. Chr. - ©Museum für Antike Schiffahrt des RGZM, Mainz - Click auf Bild zur Quelle
Spätrömisches Flusskampfschiff (navis lusoria) - 3./4. Jh. n.Chr. - ©Museum für Antike Schiffahrt des RGZM, Mainz - Click auf Bild zur Quelle
 
1981/82 wurden in Mainz bei Bauarbeiten in Rheinnähe die guterhaltenen Überreste mehrerer Schiffe aus spätrömischer Zeit gefunden. Es handelte sich um zwei Kriegsschifftypen der spätrömischen Rheinflotte sowie um weitere Schiffsarten. Diese Typen ersetzten die bis dahin verwendeten Flußliburnen und besaßen eine Länge von ca. 18m, bei einer Breite von etwa 2,80m und 9m hohem Mast, mit bis zu 24 Rojer. Dieser Typ wird als gelungenste Rekonstruktion angesehen, der Längenbreitenindex stellt sich auf 6,4 : 1.
Spätrömische Schiffe: naves lusoriae (Kampfschiff), naves agrarienses (Wachschiff), naves iudiciariae (Reise- und Verbindungsfahrzeug), naves actuariae (Transporter).
Die Römischen Provinzen und Diözesen im Alpenraum ca. 395 n. Chr. - ©Marco Zanoli
Die Römischen Provinzen und Diözesen im Alpenraum ca. 395 n.Chr. - ©Marco Zanoli

Festung Constantia (Konstanz)
Die vermutlich um 300 n.Chr. errichtete Festung bildete von ca. 350 n.Chr. bis Ende des 4. Jhs. einen wichtigen Stützpunkt für das römische Militär. Eine dort stationierte Flottenabteilung kann angenommen werden. Der Name der Festung wird auf den Kaiser Constantius II. zurückgeführt.
 
Hafenkastell von Brigantium (Bregenz)
Literarische Quelle: Notitia dignitatum (4. Jh. n.Chr.): praefectus numeri barcariorum, Confluentibus sive Brecantia (der Befehlshaber der Abteilung der Bootsflottille in Confluentes oder Bregenz).
 
In dem kleinen, aber mit 3-4 m dicken Mauern schwer befestigten, Hafenkastell war eine 120-160 Mann starke Einheit stationiert, weitere Mannschaften dürften in der Oberstadt gelegen haben. Der Hafen (Mole, Piers) verfügte über Liege-/Ankerplätze für ca. 10 Kriegsschiffe (lusoriae, 18-32 Besatzungsmitglieder). Der Numerus gehörte zur rätischen Provinzarmee unter dem Befehl eines Dux Raetiae.
Ländeburgus, spätantike Grenzbefestigung mit Schiffslände - ©SWR - Click auf Bild
Ländeburgus, spätantike Grenzbefestigung mit Schiffslände (4. Jh. n.Chr.)
©SWR - Click auf Bild
Römischer Lastkahn - 3. Jh. n.Chr.
Segelfrachter (oraria navis, Typ: lenunculus), 3.-5. Jh. n.Chr.
Römische Feldzüge gegen die Germanen
Erst 277/278 n.Chr. gelang es Kaiser Probus (276-282), die Grenzen an Rhein und Donau wieder zu stabilisieren und die Germanen aus der Provinz Rätien zurückzuschlagen (Limesfall).
Zeitgleich wurde die Grenzverteidigung machtvoll erneuert und die Provinz militärisch gesichert.
Kaiser Probus und Sol Invictus (280 n.Chr) - Medaillon - GNU-Lizenz [wikipedia]
Kaiser Probus und Sol Invictus (280 n.Chr) - GNU-Lizenz [wikipedia]
Follis des Kaisers Diocletian, in Trier geprägt 300/301 n.Chr. - GNU-License [wikipedia]
Follis des Kaisers Diocletian, in Trier geprägt 300/301 n.Chr. - GNU-Lizenz [wikipedia]
Kaiser Konstantin d. G. und Sol Invictus - Goldmedaillon, hergestellt in Ticinum (313 n.Chr.) - ©gemeinfrei
Kaiser Konstantin der Große und Sol Invictus - Goldmedaillon, hergestellt in Ticinum (313 n.Chr.) - ©gemeinfrei
289 n.Chr. erfolgte dann ein größerer Militärschlag gegen eingedrungene Germanen durch Kaiser Diocletian (284-305). Vom Bodenseeraum aus stieß dieser bis zu den Donauquellen (!) vor.
"Nach längerer Zeit erreichten römische Truppen wieder das Donauquellgebiet, vom ehemaligen frühclaudischen Kastell bei Brigobannis (Hüfingen, Bregtal) aus dem 1. Jh. n.Chr. waren zu dieser Zeit sicherlich nur noch wenige kümmerliche Reste im Gelände auffindbar (Badehaus). Ein bescheidenes Nachleben der angeschlossenen Zivilsiedlung (Vicus) konnte anhand von Funden nur bis in die ersten Jahrzehnte des 3. Jhs. zurückverfolgt werden. Zwei Einzelfunde lassen sich noch dem frühen 4. Jh. zuweisen, diese ergeben aber keinen sicheren Rückschluss auf die Herkunft oder Anwesenheit einer Einwohnerschaft. Die großen Germaneneinfälle von 213, 233 und 259/260
n.Chr. haben im römischen Dekumatland einen Zerstörungshorizont hinterlassen und das betroffene Grenzgebiet nahezu entvölkert."
Labarum (Rekonstruktion) - Hauptheeresfahne (Vexillum) der spätantiken römischen Armee seit der Zeit Kaiser Konstantins. Das Labarum versinnbildlichte den sakralen Hintergrund der kaiserlichen Herrschaft in der Spätantike. Bild: CC-Lizenz - Eugene Ipavec Labarum (Rekonstruktion) - Hauptheeresfahne (Vexillum) der spätantiken römischen Armee seit der Zeit Kaiser Konstantins. Das Labarum versinnbildlichte den sakralen Hintergrund der kaiserlichen Herrschaft in der Spätantike. Bild: CC-Lizenz - Eugene Ipavec
291/92 n.Chr. wurden die Grenzen entlang der großen Flüsse stark befestigt, der nördliche Bodenseeraum und das heutige Oberschwaben im gleichen Zug aufgegeben. Zur Verstärkung der Grenzverteidigung wurde die unter Kaiser Diocletian (284-305) aufgestellte legio I Martia in der Provinz Maxima Sequanorum stationiert. Zahlreiche Vexillationen dieser Legion sind von Argentorate (Straßburg) bis Augusta Raurica (Kaiseraugst, Augst) am Rhein nachweisbar (Ziegelstempel).
 
Unter Kaiser Konstantin dem Großen (306-337) wurde die legio I Martia (Comitatenses) in das Castrum Rauracense (Kaiseraugst) verlegt. Das um 300 n. Chr. an einem stark frequentierten Rheinübergang erbaute Kastell diente nun als Hauptquartier der Legion. Der Festung kam im 4. Jahrhundert große Bedeutung zu, da diese an einer wichtigen Verbindungsstraße von Gallien zu den Donauprovinzen lag.
 
In der benachbarten Provinz Raetia war seit längerem die legio III Italica stationiert, mit ihrem Hauptquartier in Castra Regina (Regensburg). Zahlreiche Vexillationen dieser Legion konnten in der Provinz lokalisiert werden. Im frühen 4. Jh. wurde die Provinz dann aufgeteilt, es entstand die Raetia I (Prima) und Raetia II (Secunda). Später galt der Begriff Raetia nur noch für die Prima.
Spätrömische Legion
Spätrömische Legionäre
Römische Distanzwaffen (Auswahl)
 
Im Winter 354 n.Chr. traf dann der Kaiser Constantius II. (337-361) am Hochrhein ein, um kurz zuvor eingefallene Germanen (Lentienser) zu vertreiben. Ein Jahr später erreichte der Feldzug den Bodenseeraum, wo er vom Kaiser selbst geleitet wurde. Sein Neffe, der spätere Kaiser Julian (360-363), setzte die Abwehrkämpfe fort, 357 besiegte dieser in der Schlacht von Argentoratum (Straßburg) die Alamannen.
Die legio I Martia verschwand um 352-355, oder auch erst um 369 n.Chr., aus der Region. Eine Verlegung nach Pannonien durch Kaiser Valentinian I. (364–375), während seines Aufenthaltes im Kastell Mons Brisiacus (Breisach, 369 n.Chr.), wird für möglich gehalten, die vorliegenden Indizien deuten aber eher auf einen kriegerischen Untergang gegen Franken und Alamannen hin (352-355 n.Chr.). Eine Vexillation der legio I Martia befand sich zu dieser Zeit in Pannonien und dürfte so einem möglichen Untergang entkommen sein. Dieser Sachverhalt konnte noch nicht zufriedenstellend geklärt werden.
Unter Kaiser Valentinian I. (364-375) wurden die Grenzbefestigungen an Rhein und Donau nochmals verstärkt, der germanische Gegner durch eine aggressive Offensivstrategie zurückgeworfen.
Der 378 n.Chr. erfolgte Einfall der Lentienser am Oberrhein wuchs sich zu einer massiven Bedrohung der Reichsgrenze aus, der regierende Kaiser Gratian (375-383) musste nach Osten abgesendete Truppen zurückrufen und konnte die Lentienser in der Schlacht bei Argentovaria besiegen. Allerdings mussten hierfür bereits alle noch zur Verfügung stehenden Kräfte aufgeboten werden. "Der Kaiser verfolgte die flüchtenden Lentienser darauf bis in ihr eigenes Land, wodurch sie sich genötigt sahen, den Römern die Lieferung von Hilfstruppen zu versprechen (laeti). Es sollte der letzte Feldzug sein, den ein römischer Kaiser in das rechtsrheinische Limesgebiet unternahm."
Die in der Raetia prima in Constantia (Konstanz) und Brigantium (Bregenz-Leuthbühel) stationierten Truppen unterstanden zu Ende des 4. Jhs. einem praefectus numeri Barcariorum (Confluentibus sive Brecantia, ND. occ. 35, 32). Für Constantia ist dies allerdings so lange unsicher, bis der Standort Confluentibus, ein Hafenkastell am Zusammenfluss von zwei Gewässern, genauer lokalisiert werden kann.
Die beiden Kastelle Constantia und Brigantium, mit vermuteter/bestätigter Flottenabteilung (navis lusoria), können ihre Ursprünge aber deutlich weiter zurückführen. Das zwischen Constantia und Brigantium am Südufer gelegene spätrömische Kastell bei Arbor Felix (Arbon) bildete hier einen weiteren wichtigen Militärstützpunkt, die Größe des spätrömischen Lagers beeindruckt durchaus.
Eine nordöstlich anschließende Vexillation der legio III Italica war in Cambodunum (Kempten-Burghalde) stationiert, diese wird ebenfalls in der Notitia dignitatum aufgeführt.
 
Die römischen Truppen versuchten mit größtmöglicher Brutalität das Vorfeld der Grenze zu veröden und die Germanen so auf Abstand zu halten. Kurzfristig zeigte diese Strategie auch Erfolge auf, der große Sturm auf die Rheingrenze wurde aber nur verschoben.
Die römische Zivilbevölkerung hatte sich zu dieser Zeit bereits auf befestigte Höhensiedlungen zurückgezogen, die meisten Siedlungen und Landgüter in dieser Region waren weitgehend verwüstet und verlassen. Im Bodenseeraum sind gegenwärtig etwa 20 Höhensiedlungen bekannt. Diese wurden vielfach durch eine Ringmauer geschützt, zum Teil auch mit Türmen bewehrt, und dienten in unruhigen Zeiten als Zufluchtsstätte.

Der finale Rheinübergang von 406 durch starke germanische Gruppen führte dann zum endgültigen Zusammenbruch der Rheingrenze. Welches Elend sich hier möglicherweise abspielte, fand in den schriftlichen Quellen leider keinen Niederschlag ...
Info
Résumé:
Als früheste Bauherren des spätrömischen Verteidigungswerkes an Donau und Rhein gelten die Kaiser Diocletian, Maximian und Constantin I. Der Grenzschutz wurde von Bonn bis Regensburg neu organisiert. Einige Jahrzehnte später nahmen die Kaiser Valens, Valentinian I. und Gratian ein umfangreiches Festungsbauprogramm an Donau und Rhein in Angriff. Innerhalb kürzester Zeit ließen diese große und kleine Wehrbauten errichten, darunter auch Schiffsländen und Hafenkastelle, wie in Bregenz bereits nachgewiesen, und steinerne Wachtürme.
 
Ab 350 n.Chr. intensivierten sich im Westen die Kämpfe gegen die einfallenden Germanen, 378 brach die oströmische Hofarmee in der Schlacht bei Adrianopel gegen die Goten (Westgoten) zusammen. Von diesem Zeitpunkt an können wir nur noch von einem Milizheer sprechen, dem Imperium gelang es schon länger nicht mehr eine ausreichende Truppenzahl zu mobilisieren. Während sich das oströmische Heer nach Adrianopel neu organisierte, zerfiel das Weströmische zusehends und wurde nahezu germanisiert (foerderati, germanische Söldner).
Die Rolle der Foederaten im Westreich ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, die Übernahme hoher militärischer Posten (magister militum, Foederatenoffiziere) durch germanische Könige (duces, reguli) leitete aber zumindest eine negative Entwicklung ein. Im Grunde verließen sich die weströmischen Kaiser auf ein immer stärker anwachsendes germanisches Söldnerheer, das "günstig" eingekauft werden konnte, und teurer zu unterhaltende römische Truppen entbehrlich machte. Ein schwerer Trugschluss, letztlich hatte man sich ein germanisches Wolfsrudel ins Land geholt (Franken, Sachsen, Vandalen, u.w.) deren Treue nur durch regelmäßige Versorgung (annona militaris), Gold, später auch Land, oder persönliche Verbindungen gesichert werden konnte. Setzten diese Leistungen aus, oder wurde der Vertrag (foedus) gekündigt, kam es durchaus zur Meuterei.
 
"Die Feinde von gestern sind Freunde von heute und die Feinde von morgen!"
 
Um 402 n.Chr. zogen die Römer dann endgültig vom Südufer des Bodensees ab, 406 wird auch das Castrum Vindonissense (Vindonissa) aufgegeben. Im Jahr 409 n.Chr. trat dann eine nahezu unglaubliche Situation ein, da das Ostreich seine Feinde nicht mehr besiegen konnte, überließ es das Westreich sich selbst und befreite sich von seinen barbarischen und wankelmütigen Feinden und Verbündeten, indem es diese in das Westreich abdrängte - "was nicht zu retten ist, soll nun im Feuer enden." 410 n.Chr. wurde die ewige Stadt Rom von den Goten (Westgoten) erobert und geplündert.
Buchempfehlungen (Auswahl)
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Ostrom und Byzanz
Kaiser Justinian I., Chormosaiken in San Vitale in Ravenna - ©gemeinfrei Kaiser Justinian I., Chormosaiken in San Vitale in Ravenna - ©gemeinfrei
Das Weströmische Kaisertum war 476/80 faktisch erloschen, seine Strukturen lebten aber noch weiter fort (Weströmischer Hof und Senat). Dem Imperium Romanum stand nun formal ein oströmischer Kaiser vor.
 
Offiziell verzichtete Ostrom zwar nie auf seinen Anspruch auf die Gebiete des Westreichs, machtpolitisch waren diese aber faktisch verloren, auch wenn die germanischen Herrscher die Oberhoheit des oströmischen Kaisers anerkannten. Nach der siegreichen Beendigung der beiden Gotenkriege (Restauratio imperii) zog Kaiser Justinian I. im Jahr 544 dann einen Schlussstrich und löste den weströmischen Hof durch eine "constitutio pragmatica" (Pragmatische Sanktion) auf. Italien wurde nachfolgend zur oströmischen Provinz erklärt (554 n.Chr.).
Erster und zweiter Gotenkrieg (535-554) - GNU Lizenz - NordNordWest - Wikipedia Erster und zweiter Gotenkrieg (535-554) - GNU Lizenz - NordNordWest - Wikipedia
Die unter Kaiser Justinian I. zurückgewonnenen Gebiete in Italien konnten größtenteils nur für kurze Zeit gehalten werden (bis 568, Langobarden). Spätere Versuche zur Erneuerung eines weströmischen Kaisertums scheiterten mehrfach, im 7. Jh. erlosch die formelle Oberhoheit Ostroms über die weströmischen Gebiete dann endgültig. Das Imperium Romanum begrenzte sich nun auf die östliche Reichshälfte (Ostrom, später Byzantinisches ReichRhomäer) mit seinem Zentrum Konstantinopel, der Stadt am Goldenen Horn.
 
Randgeschehen

Bereits 539 griff ein Heer der fränkischen Merowinger in die Kämpfe der Gotenkriege ein und plünderte Oberitalien, ohne aber dauerhafte Eroberungen anzustreben. Ein interessanter Gegensatz zu den im Jahre 536 übernommenen Gebieten des ostgotischen Einflussraumes (Provence, Churrätien), deren faktische Annexion/Abtretung durchaus auf eine merowingische Expansionspolitik schließen lässt.
Mausoleum des Theoderich in Ravenna - GNU-Lizenz - Wilfred Krause Mausoleum des Theoderich in Ravenna - GNU-Lizenz - Wilfred Krause
Das Ostgotenreich war auf Grund der Kriegshandlungen gegen Ostrom nicht mehr in der Lage den verbündeten Burgundern und Westgoten gegen die Franken zu Hilfe zu kommen, im Gegenteil, die Ostgoten benötigten nun selbst Hilfe im Kampf gegen die Oströmer. Der Ostgotenkönig Witiges erkaufte daher 536/37 eine Unterstützung der Franken gegen Ostrom durch die besagte Abtretung der Provence.
Die fränkisch-merowingische Expansionspolitik in Gallien war somit abgeschlossen, rechts des Rheins fand diese ebenfalls einen günstigen Abschluss. Eine dynastische Schwäche des thüringischen Königshauses eröffnete den Franken eine Möglichkeit zur weiteren Vergrößerung ihres Einflussbereichs, die fränkischen Könige Childebert I. (511-558) und Chlotar I. (511-561) eroberten im Jahr 533/34 dieses Reich.
Schwer gepanzerter fränkischer Krieger (Adliger) des 6. Jhdts. n.Chr. wie er z.B. mit dem alamannischen Herzog Butilin in den Italienfeldzug (553/54) gezogen ist - Schlacht am Casilinus. Der Spangenhelm, das Kettenhemd, die Spatha, der Wurfspeer und der Rundschild bilden die typische Ausrüstung dieses elitären Kriegers. Nach der Beschreibung von Sidonius Apollinaris und dem Grabfund von Krefeld-Gellep. Quelle: Germanic Warriors AD 236-568 - Warrior 17 - ©Osprey Publishing Schwer gepanzerter fränkischer Krieger (Adliger) des 6. Jhdts. n.Chr. wie er z.B. mit dem alamannischen Herzog Butilin in den Italienfeldzug (553/54) gezogen ist - Schlacht am Casilinus. Der Spangenhelm, das Kettenhemd, die Spatha, der Wurfspeer und der Rundschild bilden die typische Ausrüstung dieses elitären Kriegers. Nach der Beschreibung von Sidonius Apollinaris und dem Grabfund von Krefeld-Gellep. Quelle: Germanic Warriors AD 236-568 - Warrior 17 - ©Osprey Publishing
Der im Frühjahr 553 begonnene Feldzug fränkischer und alamannischer Truppen (zwei Teilheere, ca. 30.000 Mann), unter dem Kommando der alamannischen Herzöge Butilin und Leuthari (Dux Franciae), in die Poebene und bis zur Meerenge von Messina, löste nach anfänglichen Gefechten im Herbst 554 einen massiven Militärschlag des oströmischen Heeres aus.
In der Schlacht am Casilinus bei Capua wurden die zurückkehrenden Franken und Alamannen (Teilheer des Butilin) vom oströmischen Feldherren Narses vernichtend geschlagen. Zusammen mit den verspätet auf dem Schlachtfeld eintreffenden Verbänden der germanischen Heruler (oströmische Foederaten) rollten die Oströmer das fränkisch-alamannische Heer gnadenlos auf. Ein überlieferter Bericht kündet von "fünf" fränkischen Überlebenden [Agathias, zweites Buch seiner Historien (Agath. Hist. 2,4-9)]. Das Teilheer des Leuthari wurde bereits schon früher, nachdem es den Po überschritten hatte, von einer Seuche hinweg gerafft. Dies war der letzte Eroberungsversuch südlich der Alpen mit alamannischer Beteiligung.
 
Nachdem die Bedrohung durch die Franken ausgeschaltet worden war, wurden die italischen Provinzen von Justinian noch im selben Jahr administrativ dem Oströmischen Reich angegliedert. Es dauerte allerdings noch bis 562, bis die letzten gotischen Stützpunkte eingenommen werden konnten. Bereits im Jahr 568 erfolgte die Invasion der germanischen Langobarden, die bis 572 den größeren Teil Italiens dauerhaft eroberten.
Das Exarchat von Ravenna stellte nachfolgend das oströmische / byzantinische Machtzentrum in Italien dar und bestand bis 751 (Eroberung durch die Langobarden). Sizilien bildete einen eigenständigen Verwaltungsbezirk, Korsika und Sardinien gehörten bis 698 zum Exarchat von Karthago.
Das Restaurationswerk des Kaisers Justinian I. (527-565 n.Chr.)
Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus (griechisch Ἰουστινιανός; * um 482 in Tauresium bei Justiniana Prima; † 14. November 565 in Konstantinopel)
Das Restaurationswerk Justinians I. - GNU-Lizenz - Captain Blood - Wikipedia
Das Restaurationswerk Justinians I. - GNU-Lizenz - Captain Blood - Wikipedia
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Der Fall von Konstantinopel
Ursachen und katastrophale Nachwirkungen
Doppeladler der Palaiologen, letzte Kaiserdynastie des byzantinischen Reichs (1259-1453). Doppeladler der Palaiologen, letzte Kaiserdynastie des byzantinischen Reichs (1259-1453).
Die Eroberung Konstantinopels durch lateinische Christen
Im Verlauf des vierten Kreuzzuges eroberten fränkische Kreuzfahrer unter Führung Venedigs Konstantinopel (1204), die anschließende Plünderung der Stadt dauerte drei Tage. Viele Einwohner der kosmopolitischen Metropole wurden dabei getötet. Zahlreiche Monumente wurden zerstört, großartige Kunstwerke wurden vernichtet oder geraubt, etliche Bibliotheken niedergebrannt und eine große Anzahl der in Konstantinopel aufbewahrten Heiligenreliquien entwendet und über ganz Europa zerstreut. Von dieser Zerstörung und Plünderung durch die Venezianer und Kreuzfahrer erholte sich Konstantinopel im restlichen Verlauf des Mittelalters nicht wieder [Wikipedia].
Belagerung von Konstantinopel durch die Osmanen, von Jean Chartier, 3. Viertel des 15. Jahrhunderts - ©gemeinfrei. Die Eroberung Konstantinopels von 1453 besiegelte den Untergang des Byzantinischen Reiches und markiert zugleich den endgültigen Aufstieg des Osmanischen Reiches zur Großmacht. Belagerung von Konstantinopel durch die Osmanen, von Jean Chartier, 3. Viertel des 15. Jahrhunderts - ©gemeinfrei. Die Eroberung Konstantinopels von 1453 besiegelte den Untergang des Byzantinischen Reiches und markiert zugleich den endgültigen Aufstieg des Osmanischen Reiches zur Großmacht.
Dieser als Barbarei zu verurteilende kriegerische Akt, verübt durch ein christliches Heer, schwächte letztendlich den einzigen noch verbliebenen Verbündeten der christlichen Kreuzfahrerstaaten im Nahen Osten (Levante).
Die Kluft zwischen dem griechisch-orthodoxen und dem römisch-katholischen Kulturkreis war nun aufgebrochen. Das von Franken und Venezianern errichtete "Lateinische Kaiserreich" von Konstantinopel (1204-1261) wurde von byzantinischen Nachfolgestaaten eingekreist, 1261 kam es zur durchaus glücklichen Rückeroberung von Konstantinopel durch das Kaiserreich Nikaia.

Osmanisches Reich
Ein Jahrtausend nach der römischen Reichsteilung ging Konstantinopel im Osmanensturm von 1453 verloren, 1460 fällt Mystras (Despotat Morea), 1461 das Kaiserreich Trapezunt.
Der Verlust von Konstantinopel war ein flammendes Fanal für das Versagen des Abendlandes, ein christlich-orthodoxes Bollwerk mit unwiederbringlichen kulturellen Werten ging dort verloren. Mit der nun ausufernden kriegerischen Expansion des Osmanischen Reiches entlang der Mittelmeerküste und des Balkan bis nach Wien verschoben sich die europäischen Machtverhältnisse grundlegend. Im Zeitraum von 1423 bis 1878 kämpften europäische Mächte in 27 großen Kriegen (Türkenkriege) gegen das Osmanische Reich.
Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg - Museo del Prado - Gemälde von Tizian - ©gemeinfrei Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg - Museo del Prado - Gemälde von Tizian - ©gemeinfrei
In der Regierungszeit von Kaiser Karl V. (HRR, 1516-1556) kam es bereits zu schweren Abwehrkämpfen (1529-33) gegen die vorstoßenden Osmanen. Der überraschende Sieg der Heiligen Liga von 1571 in der Seeschlacht von Lepanto beschädigte erstmals den bis dahin vorherrschenden Nimbus der Unbesiegbarkeit des Osmanischen Reiches. Die Schlacht führte zu einer Bereinigung der Einflusssphären im Mittelmeer und beendete den osmanischen Traum von einer Weltmacht zur See. Erst mit dem entscheidenden Sieg in der Schlacht am Kahlenberg von 1683 konnte die Heilige Liga das Osmanische Reich auch im Landkrieg stoppen. Ab diesem Zeitpunkt geraten die Osmanen militärisch in die Defensive, es beginnt nun die Zeit der christlichen Rückeroberungen. Der größte militärische Erfolg der Heiligen Liga wurde dann 1687 in der Schlacht von Mohács errungen.
Zeitgleich zu diesen Ereignissen gerät das Osmanische Reich durch die Russisch-Türkischen Kriege in eine bedrohliche Situation. Mit Russland betrat ein äußerst gefährlicher Gegner die politische Bühne, der sich aus religiösen Motiven, vermischt mit eigenem Großmachtstreben, zu einer massiven Bedrohung entwickelte und mit politischem Kalkül seine Hegemonie machtvoll ausbaute.

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Das Osmanisches Reich von 1481 bis 1683 - GNU-Lizenz - Furfur
Das Osmanisches Reich von 1481 bis 1683 - GNU-Lizenz - Furfur
Russisches Wappen von 1472 mit dem Doppeladler der Palaiologen - Iwan III. der Große. Die geistig-religiöse Verbindung Russlands mit dem byzantinischen Kaiserhaus bildet einen Eckpunkt in der dortigen Geschichtsschreibung. Von Zeit zu Zeit erfuhr dieses nationalgeschichtliche Faktum eine überraschende Belebung. Bild: ©gemeinfrei Russisches Wappen von 1472 mit dem Doppeladler der Palaiologen - Iwan III. der Große. Die geistig-religiöse Verbindung Russlands mit dem byzantinischen Kaiserhaus bildet einen Eckpunkt in der dortigen Geschichtsschreibung. Von Zeit zu Zeit erfuhr dieses nationalgeschichtliche Faktum eine überraschende Belebung. Bild: ©gemeinfrei
Das Dritte Rom
Nachdem Konstantinopel und die Hagia Sophia für die Christenheit verloren waren betrachtete die russisch-orthodoxe Kirche das Fürstentum Moskau als das Dritte Rom, d.h. als Zentrum des orthodoxen Christentums.
Die Ehe des Großfürsten Iwan III. von Moskau mit Sofia Palaiologa, der Nichte des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin XI., begründete den russischen Anspruch auf die geistige und religiöse Nachfolge des Byzantinischen Reiches, der unter anderem durch die Übernahme des Doppeladlers in das russische Wappen dokumentiert wurde. Der fortgeführte russische Titel "Bewahrer des byzantinischen Throns" positionierte Russland eindeutig gegenüber dem Osmanischen Reich.
 
Die unter den Zaren vorangetriebene Expansionspolitik zum Schwarzen Meer folgte im übertragenen Sinne dem Sendungsbewusstsein Iwans des Großen (Iwan III.). Erklärtes Ziel dieser Expansion (Russisch-Türkische Kriege) war die Eroberung der "Meerengen", der Dardanellen und des Bosporus mit der Stadt Konstantinopel, der alten Hauptstadt des orthodoxen Christentums - siehe auch Seekrieg: Seeschlacht von Çeşme und Orlow-Revolte. Im Frieden von Küçük Kaynarca (1774) musste das Osmanische Reich den russischen Gegner zudem als Schutzmacht der orthodoxen Christen anerkennen. Diesen Sendungsauftrag hat das damalige Kaiserreich Russland, insbesondere die russische Armeeführung, ideologisch verinnerlicht, in harten Kriegen (KaukasuskriegGeorgische Heerstraße) wurde dieser nachhaltig umgesetzt - "koste es was es wolle..."
1877 - Zeitgenössische amerikanische Comic-Karte der Europäischen Mächte und Russland. Propagandistisches Vorspiel zum aufkommenden Imperialismus - National Library of Australia, ©gemeinfrei 1877 - Zeitgenössische amerikanische Comic-Karte der Europäischen Mächte und Russland. Propagandistisches Vorspiel zum aufkommenden Imperialismus - National Library of Australia, ©gemeinfrei
Erschreckend hohe Verluste auf russisch/osmanischer Seite prägten dann die kriegerischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts, in deren Verlauf auch die Bündnisse der Kriegsparteien des öfteren wechselten.
Eine militärische Konfrontation Russlands mit den alten Kontinentalmächten England und Frankreich, die das Osmanische Reich aus geostrategischen Gründen heraus stützten, führte dann zum Krimkrieg (1853-56).
Durch die Intervention der beiden Kontinentalmächte konnte Russland die schon mehrfach mögliche Gelegenheit zur vollständigen Eroberung des Bosporus, mit den Meerengen und Konstantinopel, wieder nicht nutzen.
Die russische Außenpolitik zog aus diesem Sachverhalt entsprechende Schlüsse und konzentrierte sich nun verstärkt auf die Durchsetzung eigener imperialer Interessen (PanslawismusPanrussismus). Zu den strategischen Hauptzielen Russlands zählte aber nach wie vor ein vom geopolitischen Rivalen freier Zugang zum Mittelmeer!
1877 - Anlandung russischer Truppen am rechten, bulgarischen Donauufer - Gemälde: Nikolai Dmitriev-Orenburgsky - Wikipedia, ©gemeinfrei 1877 - Anlandung russischer Truppen am rechten, bulgarischen Donauufer - Gemälde: Nikolai Dmitriev-Orenburgsky - Wikipedia, ©gemeinfrei
Russische Enttäuschung
Als erklärte Schutzmacht der slawischen Völker trat Russland 1877 erneut in offensive Kampfhandlungen ein und verdrängte das Osmanische Reich aus Serbien, Bulgarien und Rumänien. Der russische Vormarsch stoppte nach zahlreichen Siegen 60 km vor Konstantinopel, nachdem England mit einer Kriegserklärung drohte. Erneut machte das Eingreifen der Kontinentalmächte die russischen Bemühungen zunichte.
In Russland löste die Revision des Friedens von San Stefano (1878) im Verlauf des Berliner Kongresses (1878) eine große Enttäuschung und Verbitterung aus, die vor allem gegen die Deutschen und die Österreicher gerichtet war. Man fühlte sich um die Früchte eines verlustreichen Krieges betrogen, in dem viele freiwillig für die Befreiung der Slawen und der Rückeroberung Konstantinopels für die orthodoxe Christenheit kämpften.
Szene aus einer der Schlachten um den Schipkapass - 1877-78 - Gemälde: Alexey Popov - Wikipedia, ©gemeinfrei Szene aus einer der Schlachten um den Schipkapass - 1877-78 - Gemälde: Alexey Popov - Wikipedia, ©gemeinfrei
"Für das Deutsche Reich, und vor allem Österreich-Ungarn, sollte sich die russische Enttäuschung noch negativ bemerkbar machen, das politische Verhältnis zu Russland wies nun erste Risse auf."
 
Folgenreiche Ereignisse des 19. Jhdts. (Auswahl):
WEB-Link: Griechische Revolution (1821-29)
WEB-Link: Schlacht von Navarino (1827)
WEB-Link: Russisch-Türkischer Krieg (1828-29)
WEB-Link: Krimkrieg (1853-56)
WEB-Link: Russisch-Türkischer Krieg (1877–1878)
WEB-Link: Deutsche Militärmissionen im Osmanischen Reich

 
Berliner kongress
Berliner Kongress 1878 (Gemälde von Anton von Werner, 1881, 3,60 × 6,15 m im Berliner Rathaus). Erkennbar sind links im Vordergrund Gortschakow im Gespräch mit Disraeli, in der Mitte Bismarck zwischen Andrássy und Schuwalow; rechts im Hintergrund neben Bismarcks Oberarm Friedrich August von Holstein, die graue Eminenz des Auswärtigen Amts. [Wikipedia]
Europäische Freundlichkeit
„Alle Staaten der Erde verkehren höflich und freundschaftlich, aber das ist alles nur rein äußerlich. In Wahrheit denken die Regierungen ganz anders: von dem stärkeren Staate wird immer Druck auf den schwächeren ausgeübt, der kleine wird vom großen verachtet. [...] Das Völkerrecht bezweckt, die rechtliche Ordnung der einzelnen Staaten zueinander aufrecht zu erhalten; wenn aber ein großes Reich Differenzen mit einem anderen Staate hat, dann wird es alles dem Völkerrecht entsprechend machen, vorausgesetzt, dass dies für es vorteilhaft ist; wenn dies aber nicht der Fall ist, dann will es vom Völkerrecht nichts wissen und vertritt seine Ansprüche mit Gewalt. Das kleine Land kann aber mit Gewalt gar nichts ausrichten und muss immer nach den Bestimmungen des Völkerrechts handeln. [...] Aller Freundlichkeit der europäischen Mächte kann man kein Vertrauen entgegenbringen.“
Bismarck im Gespräch mit einer japanischen Delegation am 15.3.1873 in Berlin.
Bismarck, Die gesammelten Werke, 2. Aufl., Berlin 1926, S. 64-65
Johannes Scherr (1817-1886)
"Die Hoffnungen auf ewigen Frieden, auf ungestörtes Völkerglück und
dergleichen schöne Sachen mehr sind nur Hoffnungen von Kindern und
Toren. Ohne Kampf keine Entwicklung, und weil die Gesellschaft die rastlos
fortschreitende Entwicklung ist, so bleibt es ihre Bestimmung, zu kämpfen,
so lange überhaupt ihre labyrinthische Laufbahn währt. Frieden gibt nur
der Tod."


Johannes Scherr (1817-1886)
Bündnisse und der Bosporus
Das Deutsche Reich auf dem Weg in den Krieg
Kaiser Wilhelm II.
 
Konstantinopel in der Gegenwart
Reste orthodoxer Ursprünge
Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel - Wappen über dem Portal der Georgskirche - Bild: GNU-Lizenz Colossus - Wikipedia Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel - Wappen über dem Portal der Georgskirche - Bild: GNU-Lizenz Colossus - Wikipedia
Das Patriarchat von Konstantinopel existiert noch heute und überstand auch den Pogrom von 1955, in dessen Verlauf griechische Christen aus Istanbul, Izmir und Ankara verfolgt wurden. Der Streit zwischen dem Patriarchat und der Türkei beschäftigte nachfolgend noch den Völkerbund und den Internationalen Gerichtshof.
 
Die 1971 erfolgte Schließung des noch einzig verbliebenen griechisch-orthodoxen Priesterseminars (Seminar von Kalki) auf der türkischen Prinzeninsel Heybelıada im Marmarameer, im Rahmen einer landesweiten Verstaatlichung von privaten Hochschulen, erschwerte die Situation nochmals.
Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel
Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel
Ostkirchen, vorreformatorische Kirchen ohne die westliche Lateinische Kirche. Ostkirchen, vorreformatorische Kirchen ohne die westliche Lateinische Kirche.
Die Ostkirchen standen/stehen gesamtheitlich unter starkem Druck und waren/sind staatlichen Repressionen ausgesetzt, das Christentum wird auch im Nahen Osten zunehmend bedrängt. Es ist durchaus angebracht einmal anzumerken, dass das Christentum gegenwärtig die weltweit am stärksten unterdrückte Religionsgemeinschaft darstellt [Christenverfolgung]!
 
Restauration
Russland - Der Renaissance der russisch-orthodoxen Kirche wurde von der russischen Duma Rechnung getragen, 2010 erfolgte die Rückgabe des 1917 enteigneten Kircheneigentums.

WEB-Link:
Die Russische Orthodoxe Kirche zwischen Patriotismus und Nationalismus 
Religiöses Leben im heutigen Russland – Ideal und Wirklichkeit
Russlands Angst vor den Wahhabiten [Deutsche Welle]
Der Wahhabismus (Wahhabiten) [Wikipedia]
Kaiser Konstantin XI. von Konstantinopel - Denkmal in Mystras. Kaiser Konstantin XI. von Konstantinopel - Denkmal in Mystras.
Türkei - Im August 2011 entschied der türkische Ministerpräsident Erdoğan durch einen Erlass den christlichen Minderheiten der Türkei in der Vergangenheit konfiszierte Immobilien und Sakralbauten zurückzugeben.
Der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., und Vertreter der Europäischen Union reagierten positiv und lobten die Entscheidung als Wiedergutmachung von früherem Unrecht.
 
Die Rückgabe der konfiszierten Immobilien ist eine Forderung der EU in den Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union [Wikipedia]. Anzeichen in 2013 deuteten darauf hin, dass das Seminar von Kalki, auf der türkischen Prinzeninsel Heybeliada gelegen, einer möglichen erweiterten Nutzung zugeführt werden kann. Die aktuellen Kriegshandlungen im Nahen Osten lassen allerdings auf einen Exodus der Ostkirchen in der Levante, Syrien und im Irak schließen.
 
"An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!" (1. Johannes 2,1-6).
Eine genauere Unterscheidung zwischen Freund und Feind ist auf Grund vorliegender Partikularinteressen angrenzender Staaten nur schwer möglich, der Nahe Osten taumelt in ein Chaos. Wir befinden uns wieder im tiefsten Mittelalter, Mord und Zerstörung kennzeichnen das menschliche Handeln in dieser Region. Es drängt sich hier schon die Frage auf, ob es die Menschheit eigentlich noch verdient hat auf dieser Erde zu wandeln?
Die göttliche Sendung [?] entwickelt sich zum irdischen Desaster...
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